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Martina Martincová, Bratislava

Vom 01. 07. bis 28. 07. 2006 nahm ich an dem Projekt WORKPLACEMENT im Rahmen des Programms LEONARDO DA VINCI teil. Dieses Projekt kam durch die Zusammenarbeit zwischen der HAK des bfi Wien mit unserer Schule OA Imricha Karva?a zustande. Das Ziel war ein Ferialpraktikum im Rahmen eines Aufenthalts im Ausland zwecks Sammlung von neuen Erfahrungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Vor dem Praktikumsanfang nahm ich an einem Vorbereitungstreffen in Wien im April teil, das von unserer österreichischen Partnerschule organisiert wurde. Während diesen drei Tagen absolvierten wir zusammen mit anderen Auslandsteilnehmern Deutsch- und Englischübungstests. Im Rahmen des Treffens erfuhren wir zum Beispiel wie eine Präsentation zustande kommt. Diese und auch viele andere Kenntnisse sollten uns für unser zukünftiges Arbeitsleben besser vorbereiten. Am Ende der Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit ein Bewerbungsgespräch zu führen.

Trotz administrativer Probleme kamen wir glücklich nach Wien. Nach der Ankunft half uns Frau Professor Glatz, die in diesem Projekt unsere Handelsakademie Imrich Karva? Bratislava vertritt. Nach dem ersten Wochenende orientierten wir uns schon besser in der neuen Umgebung und am Montag traten wir die Arbeit an. Weil wir uns noch nicht in der österreichischen Hauptstadt zurechtfanden, holte uns einer der Professoren der österreichischen HAK ab und brachte uns zu den Banken. Wir arbeiteten in verschiedenen Banken, ich absolvierte mein Praktikum bei der Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG P.S.K.) und meine Kollegin Silvia Molnárová bei der Bank Austria-Creditanstalt. Beide Praktikumsplätze waren in den Bankenzentralen. Ich wurde der Abteilung für internationale Geschäfte, Relationship management zugeteilt.

Bereits an meinem ersten Arbeitstag bekam ich eine Chipkarte, dank der ich einen unbeschränkten Zugang innerhalb des Gebäudes genießen konnte. Aber weil ich keine Bankomatkarte besaß, hatte ich Probleme mit der Mittagessensbestellung. Zum Glück hatte ich nette KollegInnen, die mir damit halfen. Ich war nicht die einzige Praktikantin in der Abteilung, es praktizierte dort auch eine Österreicherin, die aus Bosnien stammte. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, mit ihr über verschiedenes zu sprechen, und konnte meine Deutschkenntnisse verbessern.

Alle Relationshipmanager in meiner Abteilung betreuen bestimmte Länder und ausländische Banken. Aus diesem Grund suchte ich verschiedene Berichte und Ratings der Banken und rechnete die Bankenumsätze aus. Täglich kamen per Fax sogenannte Nichtreicher, d.h. die Aufschlüsse über Kontenüberziehung einer Bank. Dabei handelte es sich um große Beträge, die ich bearbeitete und von dem Abteilungsleiter anweisen ließ. Viele Banken stammten sogar aus der Slowakei. Nebenbei musste ich auch typische Büroarbeiten, wie Unterlagen ablegen, Ordner erstellen, Kopieren und Faxen machen. Während meines Praktikums lernte ich mit vielen Computerprogrammen wie z.B. Access, Datenbank Financial Institutions und Bancscope zu arbeiten.

Da ich eine interessante und vielfältige Arbeit hatte, kam ich oft erst nach fünf Uhr nachmittags zurück ins Studentenheim. Wir hatten also nicht so viel Freizeit, wie wir es uns gewünscht hätten. Wir sammelten jedoch viele Erfahrungen. Wir besuchten viele interessante Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel Schönbrunn, Hofburg, Burgtheater, Rathaus, Stephansdom, Alte Donau und Prater. Die Unterkunft war von der österreichischen Seite vorbestellt. Wir wohnten in einem kleinen Studentenwohnheim, das sich in einem Randbezirk von Wien befindet. Wir waren damit zufrieden, weil es in der Umgebung viele Parks und Grünanlagen gab. Leider gab es einen Nachteil, den langen Heimweg nach Arbeitsende. Wegen der relativ kurzen Öffnungszeiten der Geschäfte hatten wir Probleme mit dem Einkaufen nach der Arbeit. Auch wenn das Ferialpraktikum die Hälfte meiner Sommerferien einnahm, war es für mich eine sinnvolle Zeit, die mir viel Wichtiges für mein weiteres Leben gebracht hat.