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Bianca Weber, Wien

Die Arbeit:

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Nun, ich beginne am besten mit dem

1. Arbeitstag. Paulina und ich trafen wie vereinbart um ca. halb neun bei unserer Zweigstelle der Istrobanka ein. Der Abteilungsleiter lud uns sogleich in sein Büro, um mit uns über das Praktikum zu sprechen. Nach einer Weile erfuhren wir, dass Paulina in der Personalabteilung und ich im nahe gelegenen Risk Management arbeiten werden.

Also zog ich los und suchte die Filiale, die ich dann auch bald fand. Der Portier schickte mich in den 4. Stock zu Herrn Fleischer, meinem Chef. Dieser empfing mich freundlich und nach nur ein paar Worten merkte ich, dass er auch aus Wien kommt. Zuerst erklärte er mir in groben Details für welche Bereiche das Risk Management zuständig ist. Anschließend stellte er mir meine Arbeitskolleginnen Denisa und Michaela vor. Nachdem er mir noch einiges über meine Arbeit, die Stadt und die Freizeitgestaltungen dort erzählt hat, gab er mir für den Rest des Tages frei.

Meine Arbeitskolleginnen waren wie Herr Fleischer sehr nett und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Mit Denisa unterhielt ich mich mal auf Deutsch und mal auf Englisch und mit Michaela sprach ich eigentlich nur Englisch, da sie nur einige deutsche Wörter verstand. Meine Arbeitsaufgabe in diesem Monat umfasste kopieren, faxen, Akten einschlichten und ordnen, Post holen und anschließend austeilen. Des Weiteren umfasste meine Arbeit auch mich mit dem Risk Management vertraut zu machen. Ich befasste mich mit jeder einzelnen Abteilung des Risk Management, und sammelte jede Menge Informationen über die jeweilige Abteilung. Viele meiner Arbeitskollegen waren auch so nett, mir die Aufgaben des jeweiligen Bereiches auch praktisch zu zeigen. Meine Arbeitszeit war von halb neun bis halb fünf, doch mehrmals konnte ich schon um 3 Uhr nach Hause gehen. Eine Kantine gab es in dieser Istrobanka-Filiale nicht, deshalb trafen Paulina und ich uns immer gegen 12 Uhr und aßen meist im Bagelshop oder bei McDonald´s.

Mein Eindruck von der Stadt:

Für den ersten Abend nahmen Paulina, Romina, Nesli und ich uns vor, noch mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Bussen, zu unseren Arbeitsplätzen zu fahren um uns nicht am ersten Arbeitstag zu verfahren. Da Paulinas, Neslis und meine Arbeitplätze in der Stadt lagen, beschlossen wir noch in einem Restaurant zu Abend zu Essen. Bis auf diesen ersten Restaurantbesuch, war ich noch in einem Studentenrestaurant. Die Gerichte in dem Studentenrestaurant waren zwar günstig, aber wirklich geschmeckt hat es mir nicht. In manchen Mittagspausen bummelten Paulina und ich durch die Stadt, um uns die Auslagen anzuschauen. In der ersten Woche spazierten wir zusammen auch mal öfters am Abend in die Stadt um bei McDonald´s zu essen oder einfach nur um spazieren zu gehen. Wenn unsere Wasser- und Essensvorräte von Wien verbraucht waren, kauften wir meist bei Tesco, der bis 10 Uhr Abends geöffnet hatte, oder bei Billa neue Vorräte ein. Meiner Meinung nach gleicht die Stadt eigentlich sehr unserem 1. Bezirk. Sehenswürdigkeiten habe ich mir eigentlich nicht angesehen.

Das Studentenheim:

Unser Studentenwohnheim war ca. 45 Minuten zu Fuß oder 1 Stunde mit dem Bus von der Stadt entfernt. Für die Unterkunft mussten wir € 70/Monat bezahlen. Eigentlich recht billig, da die Zimmer schön eingerichtet waren. Eigentlich könnte man sie als kleine Wohnungen bezeichnen, denn sie verfügten über eine Toilette, Badezimmer mit Dusche, ein großes Vorzimmer und jeweils zwei Zimmer mit zwei Betten. Zuerst teilte ich mir ein Zimmer mit Paulina, doch dann beschlossen wir einstimmig, dass es besser wäre, wenn ich mit Nesli ein Zimmer beziehen würde, da wir beide Raucher sind und meistens diejenigen waren, die als letzte zu Bett gingen.

Kochen und putzen musste jeder Bewohner des Studentenheims selber. In jedem Stock war eine Küche vorhanden. Die Küche war mit jeweils 2 Kühlschränken, einem großen Tisch, Abwasch, Mikrowelle und 2 Herdplatten ausgestattet. Wir kochten eigentlich jeden Tag. Da es ja eine Studentenherberge ist, lernten wir viele Studenten kennen. Nesli und ich freundeten uns besonders mit den Studenten Martin, Bono, Diego, Marcel, Vlado und Katka an. Fast jeden Tag unternahmen wir etwas gemeinsam, wie z.B. grillen, spazieren gehen, kochen, Eis essen oder einfach nur in der Küche herumsitzen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir dieses Praktikumsmonat sehr gut gefallen hat. Die erste Woche war ziemlich schwer, da wir noch keine Freunde gefunden hatten und nicht wussten was wir mit unserer Zeit anfangen sollten. Aber die letzten 3 Wochen waren dafür umso besser. Was mir nicht so gefallen hat, war, dass unsere Arbeitsplätze so weit von der Jugendherberge entfernt waren. Wir konnten uns entscheiden ob wir 45 Minuten zu Fuß gingen oder über eine Stunde mit ca. drei verschiedenen Bussen in die Arbeit fahren wollten. Paulina und ich entschieden uns für die erste Variante. Morgens war es eigentlich ganz angenehm zu spazieren aber am Nachmittag in der brütend heißen Hitze nach Hause zu marschieren, war oft so anstrengend, dass wir uns anschließend für 1-2 Stunden ausruhen mussten. Ich hätte mir ein wenig mehr Arbeit gewünscht, aber dafür waren meine Arbeitskollegen umso netter. Mit meinem Chef, Herrn Egbert Fleischer, verstand ich mich wirklich super, wir hatten schon fast ein freundschaftliches Verhältnis. In diesem Monat habe ich sehr viele positive Erfahrungen sammeln können.